Radio Bremen: Bremen reagiert auf Kritik aus Niedersachsen

Umstrittene Atomtransporte
Bremen reagiert auf Kritik aus Niedersachsen

Die Bremer Landesregierung hat Vorwürfe aus Niedersachsen zurückgewiesen, sich bei Atomtransporten von deutschen Kernreaktoren aus er Verantwortung zu stehlen. Weil das Land Bremen seine Häfen für den Umschlag von Kernbrennstoffen gesperrt hat, war Mitte vergangener Woche ein Atomtransport in den Midgard-Hafen im niedersächsischen Nordenham
umgeleitet worden.

Bremen habe immer klar Stellung gegen Atomkraft bezogen. „Dies ist im Nachbarland Niedersachsen anders gewesen“, sagte ein enatssprecher. Der Atomausstieg sei eine nationale Aufgabe, bei der sich alle Beteiligten zusammensetzen müssten.

Letzte Ladung aus Forschungsreaktor
Bei dem Transport in der vergangenen Woche handelte es sich um die letzte Ladung von nuklearen Brennstäben aus dem Ex- Forschungsreaktor Geesthacht bei Hamburg. Jahrelang waren die abgebrannten Brennelemente über Bremerhaven zur Entsorgung in die USA verschifft worden. Weil Bremen seine Landeshäfen für Atomfrachten gesperrt hat, musste das zuständige Bundesamt nun einen nderen Weg suchen.

Niedersachsen ist sauer auf Bremen
Im niedersächsischen Umweltressort ist man sauer. Bremen habe sich aus ideologischen Gründen der Verantwortung entzogen, sagt UmweltministerStefan Birkner (FDP). Man sei aber nicht auf die Solidarität Bremens angewiesen, um Kernbrennstoffe aus dem Land zu bekommen, so Birkner weiter. Er sei froh, dass Niedersachsen Universalhäfen habe.

Atomtransporte beschäftigt auch Bremer Richter
Beim Bremer Staatsgerichtshof liegt derzeit noch eine Klage der CDU-Fraktion zu Nukleartransporten. Die Christdemokraten glauben, dass das Atomumschlagsverbot verfassungswidrig ist, weil Bremen damit aus der Ländersolidarität ausschere. Wann die Verfassungsrichter eine Entscheidung zum umstrittenen Hafenbetriebsgesetz fällen, ist noch unklar. Der Bremer Senat blicke der Auseinandersetzung aber gelassen entgegen, hieß es heute.

Auch DDR-Plutonium wurde offenbar in Nordenham verschifft
Ärger gibt es auch im Stadtrat von Nordenham, weil unklar ist, ob die Verwaltung über die brisante Fracht vom vergangenen Mittwoch informiert war. Besonders beunruhigend finden die Stadtpolitiker, dass neben den Brennelementen auch Spezialcontainer mit hochgiftigem Plutonium aus der ehemaligen DDR verschifft wurden.

Radio Bremen


0 Antworten auf „Radio Bremen: Bremen reagiert auf Kritik aus Niedersachsen“


  1. Keine Kommentare

Antwort hinterlassen

XHTML: Du kannst diese Tags benutzen: <a href=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote> <code> <em> <i> <strike> <strong>


− fünf = drei