„Endstation Fukushima – sofort alle aussteigen!“

Pressemitteilung von Robin Wood, 11.03.2014:

Mit einer spektakulären Kletteraktion an der Fassade des Bremer Hauptbahnhofs erinnern ROBIN WOOD-AktivistInnen an die Atomkatastrophe von Fukushima, die sich heute zum dritten Mal jährt. Sechs AktivistInnen erklommen heute Vormittag das Dach des Bremer Bahnhofs, zwei von ihnen seilten sich von der Fassade ab und entrollten in 30 Meter Höhe ein Transparent mit der Forderung: „Endstation Fukushima – sofort alle aussteigen!“

„Wir fordern die sofortige Abschaltung aller Atomanlagen weltweit und den Stopp aller Atomtransporte!“, sagt ROBIN WOOD-Aktivistin Judith Ahlers aus Bremen.

Am 11. März 2011 begann im japanischen Atomkraftwerk Fukushima eine der schwersten Atomkatastrophen der Geschichte, bei der es in drei Blöcken des Atomkraftwerks zur Kernschmelze kam. Dabei wurden enorme Mengen Radioaktivität frei, die Luft, Wasser und Boden für viele Generationen verseuchen.

In Folge des Atomunfalls mussten bis heute weit über 100.000 Menschen das Gebiet um das Atomkraftwerk Fukushima verlassen und umgesiedelt werden. Wie schlimm auch die gesundheitlichen Folgen für viele JapanerInnen sind, zeigt sich bereits drei Jahre nach der Katastrophe an der nachgewiesenen Erhöhung von Schildrüsenkrebserkrankungen bei Kindern.

Seit Fukushima ist der „Atomausstieg“ in aller Munde – trotzdem sind in Deutschland noch neun Atomkraftwerke in Betrieb. Zudem wird in den Atomfabriken in Gronau und Lingen weiterhin Uran angereichert. Brennstäbe für Atomkraftwerke weltweit werden dort produziert. „Die Atomfabriken in Gronau und Lingen haben sogar eine unbefristete Betriebsgenehmigung und produzieren weiteren Müll für Generationen. Das ist verantwortungslos“, sagt Ahlers.

Etwa alle drei Tage fährt in Lingen und Gronau ein Atomtransport per LKW oder Bahn raus oder rein. Die zahlreichen Atomtransporte über die Schiene sind auch der Grund dafür, dass die ROBIN WOOD-AktivistInnen heute den Bahnhof als Ort gewählt haben, um ein starkes Zeichen gegen die Atompolitik zu setzen.

„Solange in Deutschland Atomtransporte rollen, Atomkraftwerke laufen und die Atomanlagen in Gronau und Lingen Uran und Brennstäbe in alle Welt exportieren, ist der von der Bundesregierung beschlossene ‚Atomausstieg‘ eine Farce“, sagt ROBIN WOOD-Aktivist Simon Büscher. „Wieviele Katastrophen sollen denn noch passieren, bis der Ausstieg endlich kommt?“

Presseberichte:

Video bei buten un binnen am 11.3.

Weser Kurier Online am 11.03.2014:

Protest wegen Fukushima
Robin-Wood-Aktion am Hauptbahnhof

Bremen. Aktivisten der Gruppe Robin Wood haben am Dienstagvormittag ein Transparent am Bremer Hauptbahnhof aufgehangen und damit für eine circa zweistündige Sperrung des Haupteingangs gesorgt.

Mit der Aktion wollten die Mitglieder der Gruppe an die Atomkatastrophe von Fukushima, die sich heute zum dritten Mal jährt, erinnern. Sechs von ihnen kletterten zwischen 11 und 13 Uhr auf das Dach des Bahnhofs. Zwei von ihnen seilten sich von der Fassade ab und entrollten in 30 Meter Höhe ein Transparent mit der Forderung: „Endstation Fukushima – sofort alle aussteigen!“

„Wir fordern die sofortige Abschaltung aller Atomanlagen weltweit und den Stopp aller Atomtransporte!“, sagt Robin-Wood-Aktivistin Judith Ahlers.

Aus Sicherheitsgründen sperrte die Polizei den Vordereingang des Hauptbahnhofs ab. Die Polizei leitete wegen Verstoßes gegen die Bau- und Betriebsordnung ein Bußgeldverfahren gegen die Aktivisten ein. Ob die Deutsche Bahn Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs stellt, steht noch aus, so ein Sprecher der Bundespolizei.

taz am 12.3.:

Demo auf dem Dach
Atom-Aktivisten auf dem Hauptbahnhof

„Endstation Fukushima – Endlich aussteigen!“ stand auf dem Transparent, das die Robin-Wood-AktivistInnen gestern, am dritten Jahrestag der Fukushima-Katastrophe, am Hauptbahnhof ausrollten.

Zwei der rund zwanzig AktivistInnen aus ganz Deutschland seilten sich mit der Plakatbotschaft unter den Augen von Polizei, Feuerwehr und PassantInnen vom Dach des Bahnhofs ab. Die Aktion solle laut Simon Büscher, dem 24-jährigen Robin-Wood-Sprecher, ein Zeichen gegen die deutsche Atompolitik setzen: „Der beschlossene Ausstieg ist kein Ausstieg.“

Obwohl die Polizei erst durch die Menschenansammlung auf dem Bahnhofsvorplatz von der Aktion erfuhr, reagierte sie gelassen. Polizeisprecher Holger Jureczko sah davon ab, die Kletterer mit einem Interventionsteam vom Bahnhofsdach herunterholen zu lassen – sie zeigten sich kooperativ: Nach einer Stunde entfernten sie das Transparent. Der Bahnhofsbetrieb blieb uneingeschränkt.


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